Die innere Lebensgeschichte wirkt immer weiter

Die innere Lebensgeschichte wirkt immer weiter. Sie löst während Übergängen von etwas Sicherem zu etwas, wofür es noch kein Gefühl gibt, generell Verlustängste aus. Der Ursprung liegt weit zurück in den familiären Ursprungserfahrungen, die uns zum großen Teil gar nicht bewusst sein können. Im späteren Zusammenleben aber, mit Menschen außerhalb der Familie, kommen sie immer wieder zum Vorschein – positiv wie negativ.

Die innere Lebensgeschichte wirkt immer weiter

Es lässt sich nicht leugnen – unsere Ursprungserfahrungen prägen unser Leben. Wer auf seine Familie mit warmherzigen Stolz blicken kann, geht mit einer angenehmen Grundsicherheit in die Welt. Wer viel verdrängen musste, zu falscher Loyalität gezwungen wurde oder Gewalterfahrungen gemacht hat, musste sich notgedrungen einen Schutzwall um seine Seele bauen.

Angst vor Veränderungen sind ein wichtiger Impuls

So ein Schutzwall hat Vor- und Nachteile. Meisten wird er im Laufe des Lebens zum Schutzpanzer, der auch wichtige Entwicklungsschritten verhindert. Dann werden Veränderungen zur gefühlten Gefahr und stellen das innere Gerüst von Selbstbild und Verdrängung in Frage.

Das wiederum löst automatisierte Abwehrmechanismen aus und bringt einen verhängnisvollen Kreislauf in Gang. Die Angst vor Veränderung ist vor allem, so könnte man sagen, eine tief liegende Angst davor, wieder einmal, wie so oft schon, in Frage gestellt zu werden.

„…es wird keinen Frieden auf Erden geben, solange wir nicht im Frieden sind mit der Kindheit.“ Andre Stern

Im Sinne der eigenen Bewusstwerdung mobilisiert jeder Entwicklungsimpuls die in neuronalen Mustern abgespeicherten Erfahrungen. Dieser große Fundus setzt sich multidimensional zusammen. Da spielt die eigene Biografie ursächlich hinein, aber auch die aus früheren Generationen und natürlich der jeweilige Zeitgeist.

Auf diese inneren Ressourcen ist Verlass. Auf sie wird, dem Anlass entsprechend, automatisch zurückgegriffen. Das kann fördern oder bremsen. Das kann zu guten Lösungen beitragen oder zu noch mehr Verstrickung führen. Der jeweilige Bewusstseinsgrad und das Ausmaß der Ursprungserfahrungen machen den Unterschied.

Verdrängte, stressige Erfahrungen wirken wie ein Autopilot

Probleme und Konflikte haben generell einen Vergangenheitsbezug. Die Spuren und Bewertungen, die negative oder traumatische Erfahrungen hinterlassen haben, übernehmen in stressigen Zeiten, zumindest vorläufig, die Steuerung – bis die Selbststeuerung wieder einsetzt.

Starke Auslöser der Wiederbelebung stressiger Erfahrungen und Verlustängste sind in der Regel Veränderungen in der Lebensmitte, emotionale Verluste durch Trennungen aller Art oder der Tod eines nahe stehenden Menschen.

Dieser unterbewusste Prozess kann große Macht über uns gewinnen und das Leben immer mehr einschränken. Dramatisch wird es, wenn es zu kaum noch zu bewältigenden Verwerfungen im zwischenmenschlichen Bereich kommt.

Mit zunehmendem Alter wird außerdem emotionaler Stress immer weniger kompensiert. Das wird irgendwann zum beschleunigten Auslöser von Lebenskrisen und Krankheiten.

Wir haben ein tiefes, inneres Wissen

Tief in einem Jedem von uns ist das Wissen verankert, „wie es denn sein sollte“. Auch menschliche Entwicklungen folgen einem gewissen Plan – von der Geburt, die einer inneren Gesetzmäßigkeit folgt, zum ersten Zahn, der durchbricht, dem ersten Zahn, der wieder ausfällt, bis zu den Reifeprozesse während der Pubertät und den verschiedenen Phasen des Erwachsenenlebens. Das alles fordert uns geradezu heraus, alte Ängste loszulassen und neue Schritte zu wagen.

Wer Veränderungen annimmt, nimmt auch sein Leben an.

Krisen sind immer auch heilsame Entwicklungskrisen

Werden in Krisen neue Schritte gegangen und mutig alte Zöpfe abgeschnitten, wird der innere und äußere Horizont erweitert, denn jede innere Bewegungsfreiheit setzt sich kontinuierlich nach außen fort. So ist schlussendlich jede bewältigte Krisen eine wichtige Ressource für spätere Entwicklungsprozesse.

Die innere Lebensgeschichte braucht Heilung

Die Lebensgeschichte lässt sich immer auch umschreiben, denn Bewertungen lassen sich ändern. Und das kann (nur) jeder selber machen. Insofern liegt in der Umschreibung negativer Bewertungen der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben – wir sind nicht unsere Schmerzen, unser Leid, unsere Begrenzung – wir selber entscheiden wie wir uns fühlen wollen.

Wir sind Wesen mit multidimensionaler Ausrichtung

Die Entwicklung des vollen Potenzials wartet auf uns, und nie war die Zeit günstiger als heute – das Wissen dafür ist bereits vorhanden. Auch in dieser Hinsicht wirkt die innere Lebensgeschichte immer weiter.

… es kann nur besser werden!

unterschrift_viktoria

 

 

 

 

P.S.: In uns ist eine Kraft, die nach Entfaltung strebt – ihr können wir uns getrost anvertrauen.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.