Spirituelle Traumaverarbeitung, damit die Liebe wieder fließt

Spirituelle Traumaverarbeitung ist eine be­sondere Herausforderung. Traumata bedeuten hochgradigen unterbewussten Stress mit deutli­chen Anzeichen eines Lebenskampfes. Für den Orga­nismus als Ganzes gesehen, unterscheiden sich die stressbedingten, neurologischen Auswirkungen je­doch nicht, ganz gleich, ob sie nun körperlichen, see­lischen oder mentalen Ursprungs sind.

Ein Trauma ist eine Wunde, die nicht heilt

Ein Trauma erschüttert das ganze Leben und trägt definitiv die Anzeichen eines Lebens­kampfes. Dieser sehr spezielle, enorme Stresses schaltet, zugunsten der inneren Homöosta­se, die neuronalen Möglichkeiten bewusster Erinnerung ab. Ist also eine psychische Wunde oder ein belastendes Erlebnis, mit überwältigendem Schmerz verbunden und ein einigerma­ßen normales Weiterleben gefährdet, wird er isoliert. Betroffene fühlen sich wie abgeschnit­ten oder neben sich stehend.

”Durch das Erleben eines Traumas im Sinne eines unbewältigbaren Stresses wird eine Veränderung der synaptischen Verbindungen im Nervensystems hervorgerufen.” Dr.med. Karl-Klaus Madert

Traumatisierte sind auch abgeschnitten vom Sprachzentrum, was ihnen die Möglichkeit raubt, das Erschreckende in Worte zu fassen und ihm Struktur und Distanz zu geben. In ei­ner ersten Phase ist ein Trauma durchaus als Schutzfunktion im Sinne eines erträgli­chen Weiterlebens anzusehen.

Narben, die niemand sieht

Durch die Einkapselung des alle Sinne überwältigenden Geschehens wurde verhindert, wirk­same Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Damit ist ein eigener, proaktiver Weg aus dieser extremen Stresssituation versperrt und überfordert die Betroffenen vermehrt auch bei ganz alltäglichen Verrichtungen.

Diese still ablaufende Überforderung mindert die Lebensqualität, ohne dass die Betroffenen selbstbestimmt eingreifen könnten. Die Zunahme von unterbewusstem Stress ist ein negativer Faktor, aber die vehemente Attacke auf das Selbstwertgefühl ist von großer Tragweite. Keine Handlungsoptionen zu ha­ben oder entwickeln zu können, überschwemmt die Betroffenen immer wieder erneut mit einem inneren Ohnmachtsgefühl, das das ganze Leben im Griff zu haben scheint.

Ein Trauma ist ein existenzielles Erleben

Stellen Sie sich vor, Sie werfen einen Stein ins Wasser … jeder kennt die Wirkung. Als Kinder haben wir gern die kreisförmige Reaktion, diese Ausdehnung konzentrischer Kreise, beob­achtet. Sie hatten uns in den Bann gezogen, bis sie sich langsam wieder auflösten. Ein als traumatisch abgespeichertes Erlebnis ist so ein ins Wasser gefallener Stein – als ein plötzlich in das Leben einfallendes, traumatische Ereignis. Es sinkt auf den Boden des Unterbewusstseins und zieht oberhalb weiter seine Kreise.

Gerald Hüther:”… läßt sich ein Trauma als eine plötzlich auftretende Störung der inneren Struktur und Organisation des Gehirns beschreiben, die so massiv ist, dass es in Folge dieser Störung zu nachhaltigen Veränderungen der von einer Person bis zu diesem Zeitpunkt entwickelten neuronalen Verschaltungen und der von diesen Verschaltungen gesteuerten Leistungen des Gehirns kommt.”

Spirituelle Traumaverarbeitung

Aus Unwissenheit verzweifeln viele an diesem indifferenten Zustand, schließlich laufen viele Bemühungen, daran etwas zu ändern, ins Leere. Die Betroffenen erkennen sich kaum wieder und fühlen sich ihrer Kompetenzen beraubt. Ein Gift für das Selbstwertgefühl mit verheerender, zerstörerischer Wirkung.

Nun ist es so, dass jeder extreme Zustand Menschen unweigerlich in seinen Grundfesten, berührt – positiv, wie negativ.

Wem das emotionalen Gefängnis eines traumatischen Ereignisses zu eng wird, beginnt nach Auswegen zu  suchen. Das beringt natürlich das gewohnte Welt- und Selbstbild durcheinander und die Betroffenen finden sich wieder in einem „Niemandsland“, dem die vertrauten Strukturen und Feindbilder fehlen.  Dann trotzdem weiter zu gehen,  braucht sehr viel Kraft und eine hohe
Motivati­on. Nicht jeder schafft diese Hürde, aber viel mehr könnten es schaffen, wenn sie wüssten wie.

Der Weg ist, den ursprünglichen Schmerz anzuerkennen (nicht zwangsläufig noch einmal zu erleben) und ihn wieder mit sich selber in Verbindung zu bringen. Das wird verständlicherweise als Risiko empfunden und kann auch ein sehr langer Weg sein.
Die meisten Menschen brauchen Hilfe oder Begleitung, um auf diesem Weg zu sich selber durchzuhalten. Einen Sinn darin zu sehen, weil er einem das verlorene Leben zurückbringt, ist wesentlich bei der spirituellen Traumaverarbeitung. Selbst dann noch, wenn die Versu­chung sich vom Leben betrogen oder benachteiligt zu fühlen, immer wieder versucht, die Oberhand zu gewinnen.

 “Menschen meistern Krisen, wenn sie in ihrem Leben Sinn sehen.” Viktor E. Frankl

Das “Ende der Kordel” haben diejenigen in der Hand, die von ihrer spirituellen, d.h. ursprünglichen Kraft Gebrauch machen. Dann, wirklich erst dann kann Hei­lung beginnen.

5 wesentliche Elemente einer spirituellen Traumaverarbeitung

  1. Das ganze Leben als einen großen Lern- und Reifeprozess anzusehen, in dem jede Er­fahrung ihren Platz hat.
  2. Alte Erfahrungen und einengende Gefühle als Hinweis auf einen verleugneten Schmerz zu betrachten, der anerkannt werden will – und nicht als die Wahrheit.
  3. Verantwortung für die eigenen Gedanken und Entscheidungen mit allen Konsequenzen zu übernehmen.
  4. Die Herzenskräfte stärken und zu vertrauen, um positive Beziehungen ge­stalten zu können.
  5. Zurück zur eigenen Kraft und den eigenen Gefühlen – auch um anderen Menschen wieder ver­trauen zu können.

Chancen einer spirituellen Traumaverarbeitung

In jedem Menschen steckt eine Kraft, die nach Entfaltung strebt. Diese Kraft zu befreien, ist Sinn und Ziel der spirituellen Traumaverarbeitung. Das Körper/Geist/Seelesystem sucht un­entwegt nach gangbaren Wegen, die Schatten der Vergangenheit zu vertreiben.

Viele wissen nicht, dass sich hinter Panikattacken oder chronischen Ängsten meistens trau­matische Erlebnisse “melden”. Auch unverarbeitete Gewalt- oder Kriegserfahrungen, der Zwang ein Familiengeheimnis zu hüten oder verdrängte Erfahrungen mit Machtmissbrauch “melden” sich mit hartnäckigen Beeinträchtigungen, die nicht so ohne weiteres zugeordnet werden können.

Bei folgenden Störungen sollte jeder hellhörig werden

  • Essstörungen & Übergewicht, Schlafstörungen & Albträume
  • Angststörungen & Zwangsverhalten, Selbstverletzungen
  • Beziehungsstörungen aller Art oder eine undefinierte Lebensangst.

Fazit: Wir sind nicht unser Leid, nicht unser Schmerz …

wir sind Geschöpfe mit multidimensionaler Ausrichtung. Unsere Gedanken verwirklichen sich wie eine Matrix, die in den Himmel geschrieben wurde. Es ist ein guter und wirksamer Anfang, bewusst auf seine Worte zu achten und zu üben, sie zu steuern.

Es fällt dann immer leichter und leichter, sich für die echten, authentischen Bedürfnisse zu entscheiden, nach ihnen zu leben und sich aus all den Abhängigkeiten – ohne weiteren Schmerz – zu lösen.

Bis das Leben wieder einem selber gehört.

… es kann nur besser werden!

Unterschriftschwarz

 

 

 

[BBSocial] “Diese diffusen Ängste müssen wir überwinden. Wenn wir das nicht hinkriegen, dann paralysiert uns eine Zukunft, die noch gar nicht stattgefunden hat.“ Frank Schätzing [/BBSocial]

 

 

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